Herzratenvariabilität (HRV) Parameter Erklärung - Mindfield Biosystems Ltd.

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Erklärung der Herzratenvariabilität (HRV) Parameter

Einleitung

Es gibt verschiedene Parameter zur Herzratenvariabilität (HRV). Wir stellen Ihnen die wichtigsten mit einer kurzen Erklärung vor. Man unterscheidet in zeitbasierte Parameter und frequenzbasierte Parameter.

Wie eine Auswertung der Parameter in der Realität aussehen kann sehen Sie in dem Screenshot. Dies ist die Auswertung einer HRV-Messung aus unserer Mindfield eSense App. Ein Blick auf die verschiedenen Parameter gibt einen Aufschluss darüber wie die Herzratenvariabilität eines Anwenders unseres eSense Pulse aussieht.

Besonders interessant ist nicht nur der momentane Stand der Messwerte zur Zeit einer Messung, sondern die Veränderung der Messwerte über eine gewisse Zeit und mehrere Messungen. Durch Biofeedback-Training kann die Herzratenvariabilität verbessert werden. Dies sollte sich über die Zeit auch in den einzelnen HRV-Parametern zeigen. 

Statistics German
Die verschiedenen HRV-Parameter nach einer Messung aus der eSense App

Hinweis: RR- und NN-Intervall

Einleitend für alle Messwerte möchten wir kurz darauf hinweisen, dass die Begriffe RR und NN das Gleiche bedeuten, in der Wissenschaft und Literatur aber gerne abwechselnd verwendet werden. Unter dem RR, bzw. NN Intervall versteht man den Abstand zwischen zwei Herzschlägen, in Millisekunden.

Vereinfacht gesprochen trainieren Sie eine möglichst hohe Variabilität zwischen diesen Abständen. Die Analyse dieser Abstandsdaten ist in verschiedenen Parametern möglich, welche unterschiedliche Rückschlüsse auf den Zustand Ihres Nervensystems zulassen. 

RR Interval


Zeitbasierte Parameter

SDNN

(„Standard Deviation of the NN Intervall“) ist die die Standard Abweichung der RR-Intervalle. Vereinfacht gesagt, wie weichen die Intervalle im Mittel vom Durchschnitt aller Intervalle ab. Nehmen wir an, Sie haben einen Wert von 68ms. Dies bedeutet, im Durschnitt weicht ein Herzschlag vom nächsten Herzschlag 68ms ab, ist also 68ms früher oder später als der vorherige. Je größer dieser Wert, desto höher Ihre gesamte Herzratenvariabilität, dies bedeutet um so besser kann sich Ihr Körper auf Veränderungen einstellen und sich anpassen. Man kann auch erkennen, wie gut Sympathikus und Parasympathikus zusammenarbeiten.

RMSSD

(“Root Mean Square of Successive Differences”) ist einer der wichtigsten Parameter, der Auskunft über die Aktivität des Parasympathikus gibt. Er beschreibt die kurzzeitige Variabilität des Herzschlags, wie stark sich die Herzfrequenz von einem zu nächsten Herzschlag ändert. Die Berechnung des RMSSD-Wertes erfolgt so: Die zeitliche Differenz von jeweils aufeinanderfolgenden RR-Intervallen wird mit sich selbst multipliziert, um nur positive Werte zu erhalten. Diese Zwischenwerte werden summiert und durch die Anzahl der RR-Intervall-Differenzen geteilt, um den Mittelwert zu erhalten. Vom Mittelwert dieser quadrierten Differenzen wird die Quadratwurzel gezogen. Der RMSSD wird häufig auch als Wert für die Erholungsfähigkeit des Körpers bezeichnet oder als „Bremse“ des Nervensystems. Je größer diese Zahl ist, desto besser.

Stressindex (SI)

Die genaue Formel: Stressindex (SI) = AMo / 2Mo x MxDMn. Dabei ist AMo ist die Amplitude des Modalwertes und gibt den prozentualen Anteil im Vergleich zu allen anderen RR-Intervallen wieder. Mo (in der Formel 2Mo) ist der Modalwert für die Dauer eines RR-Intervalls, welches am meisten gemessen wurde. MxDMn ist die Variabilitätsbreite, oder anders gesagt die Differenz zwischen den minimalen und maximalen gemessenen RR-Intervall. Einfach gesagt rechnet diese Formel aus wie anpassungsfähig das Herz ist oder auch wie hoch die Herzratenvariabilität ist. Ein gutes Verhältnis zwischen Sympathikus und Parasympathikus erzielt Messwerte von 30 bis 150 Punkten. Bei 500 – 1000 Punkten geht man bereits von Einschränkungen der Anpassungsfähigkeit aus. Über 1000 Punkte ist ein Hinweis auf eine hohe Anstrengung oder stressvolle Umstände. Es muss dabei natürlich auch beachtet werden, dass der SI von der jeweiligen Situation abhängt. Es stellt einen Unterschied da ob Sie ruhig sitzen oder sich körperlich anstrengen. Allerdings lässt sich zumindest verallgemeinernd sagen: Je niedriger der Stressindex (SI), desto besser. Umso starrer und weniger variabel die RR Intervalle ausfallen, desto größer wird der Stressindex.

NN50

Die Anzahl der Paare von RR-Intervallen, die mehr als 50ms auseinander liegen. Je größer diese Zahl ist, desto besser. Vergleichen Sie jedoch immer nur Sitzungen gleicher Länge und unter gleichen Gegebenheiten (z.B. Sitzposition, vor/nach dem Sport, morgens/abends, …).

pNN50

Der Prozentsatz an Paaren von RR-Intervallen, die mehr als 50ms auseinander liegen. Je größer diese Zahl ist, desto besser. Vergleichen Sie jedoch immer nur Sitzungen gleicher Länge und unter gleichen Gegebenheiten (z.B. Sitzposition, vor/nach dem Sport, morgens/abends, …)


Frequenzbasierte Parameter

LF („low frequency“)

Dies ist die HRV im Bereich von 0,04 bis 0,15 Hz. Damit werden Schwingungen im Bereich von etwa 10 Sekunden erfasst. Hier bildet sich gut die Aktivität des Sympathikus ab, bei sehr langsamer Atmung auch im oberen Bereich bei 0,15 Hz der Parasympathikus. Je größer dieser Wert ist, desto deutlicher ausgeprägt ist im Schwerpunkt der Sympathikus aktiv.

HF („high frequency“)

Dies ist die HRV im Bereich von 0,15 bis 0,40 Hz. Dies beinhaltet Schwingungen etwa zwischen 2-7 Sekunden, worin häufig Beeinflussung des Herzschlages durch die Atmung fällt (RSA = Respiratorische Sinusarrhytmie). Hier zeigt sich zudem deutlich die Aktivität des Parasympathikus. Je größer dieser Wert, bei gleichmäßiger, ruhiger Atmung, desto ausgeprägter die Aktivität des Parasympathikus.

Durchschnitt RR

Der Durchschnitt RR (auch manchmal RR-Intervall oder NN-Intervall genannt) ist der durchschnittliche Abstand zwischen zwei Herzschlägen. Er ist damit der Kehrwert der Herzfrequenz.

Damit Sie ein Gefühl für diesen Wert bekommen, denken Sie einfach an folgende 3 Beispiele: Wenn Sie einen Ruhepuls von 60 Schlägen pro Minute haben ist der durchschnittliche RR genau 1.000ms oder eine Sekunde (da 1 Schlag pro Sekunde). Wenn Sie sich leicht bis mittel körperlich anstrengen und dabei auf 120 Schläge pro Minute kommen, dann ist der RR 500ms oder eine halbe Sekunde (da 2 Schläge pro Sekunde). Wenn Sie sich sehr stark anstrengen und Ihren Puls auf 180 Schläge pro Sekunde bringen sollten, ist der RR 333ms oder eine drittel Sekunde (da 3 Schläge pro Sekunde). Zu diesem Wert gibt es kein besser oder schlechter, je größer oder kleiner. Es kann höchstens die Aussage getroffen werden, je größer der Wert in Ruhe, desto langsamer Ihr Ruhepuls, was z.B. bei Ausdauersportlern ein Kennzeichen für Fitness und einen kräftigen Herzmuskel ist.

 

Screenshot 20181205 071432Beispielhafte Darstellung eines Frequenzspektrums aus der eSense App

Weiterlesen > Erklärung Herzratenvariabilität (HRV)

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