Möglichkeiten des Atemtrainings | Biofeedback

Registrieren

*

*

*

*

*

*

Möglichkeiten des Atemtrainings

Einsatzgebiete und Potential von Atemfeedback-Training

Atemfeedback-Training hat unterschiedlich starkes Potential in diesen vier Kategorien:

  • präventiv (vorbeugend)
  • kurativ (behandelnd)
  • rehabilitierend (erholend)
  • steigernd (erweiternd)

Atemfeedback-Training kann in völlig unterschiedlichen Lebensbereichen angewandt werden, so kann eine Atemübung sowohl vorbeugend beruhigen oder, nachdem ein Wutanfall zustande kam, diesen schnell entgegenwirken, sprich behandeln und somit beenden. Andererseits können Fähigkeiten im Bereich eines Hobbys oder Sports erweitert oder sich im Alltag durch Meditationsübungen generell mehr entspannt und erholt werden. Einzelne Ansätze werden weiter unten aufgezeigt, die Möglichkeiten des Atemtrainings sind jedoch sehr vielfältig und auch individuell.

In nahezu allen Kulturen werden schon teilweise seit Jahrtausenden spezielle Atemtechniken für sowohl spirituelle wie auch medizinische Zwecke eingesetzt. So haben zum Beispiel die Gesänge in vielen Kirchen und Tempeln neben der Gruppendynamik auch eine außerordentlich stark ‚atmende Komponente‘. Dies es liegt an den enormen Möglichkeiten und der starken Tragweite und Bedeutung der Atmung, sowohl auf physischer wie auf psychischer Ebene.

 

Biofeedback

 

Wie hilft Atemtraining langfristig?

Ihre Atmung zu trainieren, hat langfristig große Auswirkungen auf Sie und Ihr Leben, da die Atmung eine sehr wichtige Rolle einnimmt.

Sie können durch einzelne Übungen Fähigkeiten entwickeln, um bestimmte Situationen in Ihrem Leben besser zu meistern. Wie bereits angesprochen, können Sie beispielsweise trainieren, bei Wut durch tiefes und langsames Atmen schneller ‚runter zu kommen‘.

Über diese einzelnen Situationen hinaus entwickelt man aber allgemein ein bewussteres Gefühl für den Körper. Diese verbesserte Wahrnehmung kann es Ihnen ermöglichen, sich genauer einzuschätzen. Ihr Bewusstsein für Ihren Körper kann damit steigern.

Atemtraining kann jedoch auch physiologische Auswirkungen haben. Eine verbesserte Atmung kann zu einer besseren Leistung im Sport führen, wenn Sie Ihre Atmung aktiv den benötigten Umständen anpassen können.

Sie können auch versuchen, sich von schlecht antrainierten Atemmustern zu trennen. (Zum Beispiel eine sehr lang verstopfte Nase in der Kindheit und die falsch antrainierte Atmung durch den Mund.)

Langfristig können Sie Ihre Atmung auch zu spezifischen Zwecken zielgerichtet einsetzen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Meditation oder eine Verbesserung beim Singen oder Theater spielen.

Bei welchen Beschwerden oder Symptomen können die Atemübungen helfen?

Chronische Mundatmung bezeichnet man die Angewohnheit, sehr häufig nur durch den Mund zu atmen, beispielsweise wegen einer Verstopfung der Nase. Dies kann zu vielfältigen Problemen führen, da Funktionen des Atemsystems (zum Beispiel die Lufterwärmung durch das Nasenhöhlensystem oder die Filterung der Luft durch die Nasenhaare) bei einer Mundatmung nicht funktionieren. Auf diese Weise bereitet eine chronische Mundatmung Probleme, in dieser Studie wurden Krankheitsfaktoren erforscht.

Die Atmung des Menschen ist mit allen anderen Ebenen des Menschen verknüpft. In der Formatio reticularis, einem komplex vernetzten Zentrum in der Tiefe des Stammhirns, strömen alle Informationen zusammen, die im Körper oder Gehirn entstehen. Jeder kleine Reiz, von außen oder innen, verändert die Art und Weise zu atmen. Mit der Arbeit am Atem können deshalb umgekehrt auch viele Ebenen des Menschen erreicht werden:

  • Die Atmung reagiert empfindlich auf psychische und physische Veränderungen. Zugleich ist sie eine der wenigen Körperfunktionen, die auch willentlich gesteuert werden kann, obwohl sie ununterbrochen unwillkürlich abläuft.
  • Es bestehen mechanische und nervliche Wechselwirkungen zwischen der Lunge und zahlreichen Körperorganen und deren Funktionen.
  • Die Atmung beeinflusst die Herzfunktion und den Blutkreislauf; Sauerstoffversorgung, Kohlendioxidspiegel, und damit sogar den Stoffwechsel.
  • Die Atmung beeinflusst auf der Ebene des Zentralnervensystems die Bewusstseinsvorgänge des Menschen und damit sein Empfindungs- und Gefühlsleben.

Die Atmung hat somit Einfluss auf nahezu den gesamten Körper. Dies heißt jedoch auch, dass der Einfluss begrenzt ist. Bei ernsthaften Beschwerden sollten Sie natürlich immer einen Arzt aufsuchen.

Umso mehr kann Atemtraining jedoch bei gesunden Menschen seine Wirkung entfalten und durch Balance und Ausgeglichenheit das Wohlbefinden steigern.

 

Atemfeedback-Training oder Atemübung?

Welche dieser beiden Methoden für Sie am besten geeignet ist, hängt von vielen persönlichen Faktoren ab.

Ein erster Faktor ist die Zeit, die man aufwenden möchte. Hier ist einer der entscheidenden Unterschiede zwischen den Atemübungen, wie sie in zahlreichen Schulen und Philosophien zu einem Gesamtkonzept verbunden sind, und dem gar nicht mystischem Atemfeedback-Training. Während ein Großteil dieser Schulen und Philosophien zu erleuchtungsähnlichen Fortschritten führen können, ist das Atemfeedbacktraining sehr viel pragmatischer. Atemfeedback-Training verbessert Ihre Lage kontinuierlich, bis zum ersten Erfolg vergeht oft nur kurze Zeit. Es sind dafür aber auch die unglaublichen Ergebnisse mit den Atemübungen nicht zu erreichen. Dafür können Sie aber die Erfolge von Anfang an spüren und müssen nicht eventuell durch eine harte und lange Anfangszeit.

Typische Atemübungen erfordern eine Menge Konzentration, einen vollen Fokus auf die Atmung, Sie können währenddessen (besonders als Anfänger) oft nichts anderes nebenbei machen. Anders verhält es sich mit dem Atemfeedback-Training durch das Feedback. Dieses Feedback teilt Ihnen automatisch mit, ob Sie die Übungen richtig ausführen. Wie ein Trainer, der Ihnen hilft und Sie gegebenenfalls wieder auf den richtigen Kurs bringt. Daher lässt sich das Atemfeedback-Training leichter in den Alltag einbauen.

 

Schlaf und Atmung ?

Im Schlaf hat man keinen aktiven Einfluss auf die Atmung, dies macht eine unmittelbare Kontrolle nahezu unmöglich. Langfristig werden die Atemmuster, die man sich tagsüber angewöhnt und trainiert hat, aber auch vom Körper für die Nacht verwendet.

So kennt wahrscheinlich jeder den eher schlechten Schlaf, den man an Tagen der Krankheit (zum Beispiel bei einer Erkältung) erfährt.

Schlaf ist die Phase der Erholung für den Körper, hier werden nicht nur biologische Reparaturen durchgeführt, sondern auch der Geist arbeitet (in Phasen) auf ganz anderen Ebenen, um das am Tag Erlebte zu verarbeiten.

Die Atmung ist daher ein wichtiger Bestandteil des Schlafes. Dies zu vernachlässigen, kann langfristig zu Energielosigkeit, Trägheit oder schlicht und einfach zu Müdigkeit führen. Ein gutes Beispiel ist hierfür auch das Schnarchen.

Wer am Tag gut atmet, der hat auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, in der Nacht automatisch besser zu atmen. So kommt man gut aus dem Bett, fühlt sich erholt und ausgeschlafen.

Alle Bilder von oben links bis unten rechts:
psdesign1 © www.fotolia.com; Kitty © www.fotolia.com; Jenny Sturm © www.fotolia.com;
Picture-Factory © www.fotolia.com; lichtmeister © www.fotolia.com; Jonas Glaubitz © www.fotolia.com


Atemtraining Konzentration, Kreativität und Entspannung?

All diese Dinge hängen näher mit Atemtraining zusammen, als man zuerst vermutet. Sie haben bestimmt schon einmal gemerkt, dass Sie gleichmäßig und ruhig atmen, wenn Sie sich entspannen? Aber haben Sie jemals wahrgenommen, wie Sie in einem Zustand tiefer Konzentration atmen? Vermutlich haben Sie dies nicht. 

Das ist normal und eigentlich sogar gut so. Denn dies bedeutet, dass Sie sich, wenn Sie konzentriert sind, nur schwer (von der Atmung) ablenken lassen und aber durch tiefes und gesundes Atmen auch besonders gut Entspannen können.

Am größten und bekanntesten ist wohl der Einsatz der Atmung für die Entspannung. Dies bedeutet aber nicht, dass die anderen Bereiche deswegen vernachlässigt werden sollten. In diesem Zusammenhang lohnt sich eine weitere Recherche, besonders für Fortgeschrittene in den jeweiligen Bereichen.

In einer Studie ("Study of Brain Activity Analysis of Deep Breathing") wurde 2014 der Zusammenhang zwischen tiefer Atmung und der Gehirnaktivität untersucht. Eine gute tiefe Atmung kann sich positiv auf die Gesundheit und den Stresspegel auswirken, so eine Aussage der Studie.

 

 

Atmung und Neurofeedback?

Neurofeedback-Training ist eine eigene Disziplin, welche die Gehirnaktivität auswertet. Die Methode des Neurofeedback gibt daher relativ direkten Aufschluss über unsere Gedanken und auf welche Art und Weise diese Gedanken das Gehirn beanspruchen. Besonders erfahrene Nutzer können bei einer Meditation Neurofeedback ergänzend zu den Atemübungen einsetzen. Dies kann besonderen Aufschluss über den Erfolg der Übung anzeigen. Atemübungen werden auch häufig bei solchen Fokus-Übungen eingesetzt, da man den Atem aktiv steuern kann.

 

Atmung und Herz-Koppellung

Bei Betrachtung der Herzratenvariabilität (HRV) macht sich ein deutlicher Zusammenhang mit der Atmung erkennbar. Diese Fluktuationen lassen sich rhythmisieren und in Kohärenz bringen. Langfristig hat dies positive Auswirkungen auch auf das Herz. Im Zusammenspiel mit der Lunge können Sie so fast das gesamte Herzkreislaufsystem trainieren. 

Unser Atemfeedback Gerät der eSense Respiration kann optional auch gleichzeitig mit dem eSense Pulse benutzt werden. Dies ermöglicht das Training der Kohärenz zwischen Atmung und der Herzratenvariabilität (HRV)

Eine hohe Anpassungsfähigkeit Ihres Herzens (oder anders gesagt eine hohe HRV) bedeutet, dass Ihr Herz in ruhigen Zeiten nicht so oft schlagen muss, aber in Zeiten des hohen Energiebedarfs dennoch schnell genug schlägt. Ähnliches gilt für die Frequenz der Atmung.

 

Atemfeedback-Training als Schlüssel zu Ihrem Hobby?

Atmung ist ein zentrales Element bei vielen sportlichen Aktivitäten, dies ist offensichtlich. Aber kann die Atmung auch bei weniger offensichtlichen Hobbies wie Schach behilflich sein?

Es ist eindeutig, dass eine schlechte Atmung zu Problemen beim Sport führen kann. Besonders stark merkt man dies beim Gewichte heben, Schwimmen oder Laufen. 

Ein weiteres großes Feld aus "Hobbies" ist die Spiritualität. Wir haben bereits die Meditation weiter oben erwähnt. Spirituelle Rituale versuchen oft, einen gewissen Zustand von Ektase zu erzeugen, um dann eine Bindungs-, oder Lösungserfahrung zu machen. Allerlei Techniken werden hier verwendet, allem voran aber die Atmung.

Aber auch viele andere Hobbies benötigen die Atmung für mehr als nur die Sauerstoffzufuhr. Jedes Hobby, welches starke Emotionen hervorrufen kann, kann von einem Atemtraining indirekt profitieren.

Hobbies, welche unsere Konzentration und volle Kraft unseres Geistes benötigen, wie eben beispielsweise Schach, profitieren von guter Atmung.

Auch jedes Hobby, das die Stimme in großem Maße benötigt, profitiert oft außerordentlich von einer guten Atmung. Nicht umsonst gibt es für professionelle Redner und für jegliche Arten von Gesang spezielles Atemtraining.

Es ist wichtig, dass man auch das spezielle Atemtraining für die jeweilige Disziplin und Hobby angeht. Ein allgemeines Atemtraining macht aber auch den Lernprozess beim speziellen Training um einiges einfacher. Jemand der von Grund auf gut atmet, wird sich beim Schwimmen oder Singen leichter tun.

 

Weiterlesen > Möglichkeiten mit Biofeedback
OBEN